Neues Projekt: Schulgärten gegen Hunger und Mangelernährung

Die Ernährungslage in Burkina Faso ist prekär: fast 13 Millionen der rund 20 Millionen Einwohner haben zu wenig zu essen oder ernähren sich unausgewogen – fast die Hälfte der Betroffenen sind Kinder. Und Corona hat die Situation noch verschärft. Dies gilt auch für Saponé.

Unser Förderkreis hat nun beim BMZ (Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit) Mittel für ein großangelegtes, nachhaltiges Projekt im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung beantragt. Dabei geht es darum, mit Hilfe von Schulgärten junge Menschen in ökologische landwirtschaftliche Produktionstechniken – vor allem im Gemüseanbau – einzuführen, durch die sich die Leistung der Landwirtschaft wesentlich steigern und die Wirtschaft vor Ort langfristig stärken lässt. Der Wunsch nach diesem Projekt kam von unserem Partnerkomitee in Zusammenarbeit mit dem Agrarökonomen Philippe Yanogo, den wir bereits von der Gärtnerausbildung her kennen.

An allen sechs Grundschulen, am Collège und am Berufsbildungszentrum sollen unter seiner Anleitung große Schulgärten angelegt werden. Dafür sollen Lehrer und Betreuer speziell im ökologischen Gartenbau ausgebildet werden. Die jungen, schon ausgebildeten Gärtner sollen die Schülerinnen und Schüler bei der Gartenarbeit anleiten, Mitglieder der Frauenkooperative bei der Verarbeitung des Gemüses (z.B. Trocknung).

Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch deren Eltern sollen mit den ökologischen Techniken der Bewässerung, des Fruchtwechsels, der Düngung und Schädlingsbekämpfung vertraut gemacht werden, indem sie sowohl eine theoretische Ausbildung erhalten als auch in gut geschützten und biologisch gepflegten Schulgärten praktisch lernen können.

Das so erzeugte Gemüse soll vor allem in den Schulkantinen verarbeitet werden. Bisher bekamen die Kinder dort – wenn überhaupt – nur einen Hirsebrei.

Wichtig ist auch, dass die Familien zur Vorbeugung von Mangelerkrankungen die Bedeutung von vitaminhaltiger Ernährung erkennen und ihre Ernte nicht nur verkaufen, sondern auch selber verbrauchen.

Wir hoffen für die Menschen in Saponé-Marché sehr, dass wir die Fördermittel für dieses Projekt vom BMZ erhalten und das Projekt im Herbst starten kann.